Kuppelfresko

 



Das Kuppelfresko des Tiroler Malers JOSEPH IGNAZ MILDORFER fesselt den Blick des Betrachters.

Mildorfer, ein Berglschüler, der wie dieser zur Trogerschule gerechnet wird, baut das Bild auf der laternenlosen Flachkuppel von der Balustradenzone auf.

Dort malt er die kräftigen Farben.

Die Himmelfahrt Mariens, das zentrale Motiv, setzt er dagegen hauchzart, geheimnisvoll, mit himmlischer Leichtigkeit.
Kontrastreich in Form und Farbe türmen sich die Welten übereinander.

Auffällig ist die Ähnlichkeit mit dem Kuppelfresko der Wiener Piaristenkirche (Maulbertsch, 1751), doch das Hafnerberger Fresko ist bereits 1744 vollendet worden.

Zentrales Thema des Freskos ist die Darstellung des Heilsplans Gottes für die Erlösung der Menschen durch den Gehorsam des Wortes in der Menschwerdung und durch die Vorherbestimmung und Auserwählung Mariens.

In der Mitte des grandiosen Gemäldes ist Maria hineingenommen in das Leben des Dreieinigen Gottes. Gottvater blickt auf sie herab, die von einem Blitzstrahl des Heiligen Geistes getroffen ist.
Dieser Blitzstrahl wird von einem Spiegel, den ein Engel hält, reflektiert, geht durch Christus hindurch und trifft Maria ins Herz. Neben Maria steht Gabriel, der Verkündigungsengel. Er trägt eine Lilie.
Jesus weist auf das Kreuz, das Symbol des Leidens und der Selbstüberwindung. Zur Rechten Mariens steht der hl. Joseph (mit dem blühenden Stab), darunter sind Joachim und Anna, die Eltern Mariens, dargestellt.

Die Dreiergruppe daneben zeigt Zacharias (als Hoherpriester), Elisabeth (mit dem roten Kleid) und Johannes. Der Künstler hat nun im Kreis herum all jene Gestalten des Alten Testaments angeordnet, die zu Maria in Beziehung stehen.
Der theologisch Geschulte findet Noah vor der Arche, Abraham und Isaak, Moses (sitzend, mit den Gesetzestafeln) und seinen Bruder Aaron (stehend, mit ausgebreiteten Armen), Jeremias und Isaias.
Über dem Hauptportal ist das Strafgericht Gottes angedeutet. Der Bannstrahl trifft den Hochmütigen, der sein will wie Gott und sich durch Irrlehre (Bücher) und satanische Verblendung verführen ließ.

An der Westseite (Frauenseite) findet man Ruth (mit dem Ährenbündel und dem Mühlstein), Judith (mit dem Haupt des Holofernes) und Esther (mit der Reiherfeder).
Über dieser Dreiergruppe großer Frauen sind Rahel (mit entblößter Brust) und Jakob (als Hirte) zu sehen. Den Abschluß bildet Salomon (mit dem Plan des Tempels).
Allegorisch ist die Frömmigkeit des Hauses Österreich (eine Maria Theresia ähnelnde Dame mit dem rot-weißroten Habsburgischen Hauswappen, dem Herzogshut und der Kaiserkrone sowie mit den Kronen der Habsburgischen Länder) dargestellt.

An der Ostseite (Männerseite) werden König David (mit Harfe, Schleuder und Stein), Gideon (mit einem Engel, der ein Lammfell trägt) und der mächtige Samson (mit der zerbrochenen Tempelsäule) gezeigt.
Ihnen zugeordnet sind Abigajil (neben David), Delila (neben Samson) und Jahel. Der Frömmigkeit des Hauses Osterreich wird hier die Tapferkeit des Hauses Habsburg-Lothringen gegenübergestellt
(Gottfried von Bouillon mit dem Lothringer Wappen, der Krone von Jerusalem und einem Rosenkranz mit dem Jerusalemkreuz). Diese korrespondierenden Akzente des Freskos sind eine Anspielung auf die Hoffnungen
(Frömmigkeit, Verteidigung des Glaubens), die man der Regentschaft des Kaisers Franz Stephan von Lothringen und seiner Gemahlin Maria Theresia entgegenbrachte.

Über dem Altarraum liest man das in Goldschrift gesetzte Grußwort "Ave Maria". Pestkranke, unheilbar kranke Kinder und Greise und ein von den Türken in Ketten gehaltener Christ bitten Maria um Hilfe.

Staunend enträtselt der Beschauer die theologische und politische Aussage des Bildes, heute wie einst. Aus der Bildidee erkennt der Betrachter die Kreuzesform des Bildaufbaues.
Das Kuppelfresko in Hafnerberg zählt mit Recht zu den schönsten Gemälden des theresianischen Barock.

Gnadenstatue

Die Gnadenstatue ist aus Stein gemeiselt und noch original aus dem Jahre 1653, wo sie auf der Säule stand.

 

 

 

Hochaltar

Hochaltar

 

Der Hochaltar wurde 1744 nach dem Entwurf des Bildhauers BALTHASAR F. MOLL gestaltet, der u. a. den Doppelsarkophag Maria Theresias und ihrs Gemahls Franz Stephan von Lothringen sowie Grabdenkmäler zahlreicher Mitglieder der kaiserlichen Familie in der Kapuzinergruft in Wien geschaffen hat.

In der Apsis findet der Betrachter die Darstellung Gottvaters unter dem Symbol des Heiligen Geistes (Taube).
Darunter steht der Thron der Maria mit dem Kind (Gnadenstatue), der von zwei Engeln getragen wird.
Vor den Fenstern der Apsis wachen zwei überlebensgroße Figuren, die Erzengel Raphael und Michael.
Der barocke Altartisch ist vergoldet, blumentragende Engel umgeben den Tabernakel.
Voluten und Leuchter betonen den symmetrischen Aufbau und kontrastieren mit dem rötlichen Stuckmarmor der Säulen in der Apsis.
Nur schwer löst sich der Blick des Kirchenbesuchers vom leuchtenden Gold des Altartisches, dem strahlenden Weiß der Engelsstatuen und dem Rot der Säulen und wendet sich den beiden Oratorien zu, die durch ein sanftes Grün abgehoben sind. Im linken Oratorium befindet sich das Archiv, im rechten Oratorium ist eine Kapelle eingerichtet. Unter dieser Hauskapelle sind die Sakristei und die Werktagskapelle untergebracht.

Altarraum

Hafnerberg29Im Altarraum (Presbyterium) befindet sich auf der linken Seite die Pfeilerfigur des hl. Antonius von Padua.

Darunter hängt ein Votivbild, das die Gemeinde Grossau 1741 gestiftet hat.

Die Tragestatue der Gottesmutter mit dem Jesuskind ist unbekannter Herkunft und wurde von Pfarrer Fr. M. Wagner, der von 1939 bis 1943 die Pfarre Hafnerberg leitete, aufgestellt.

Der Besucher, der seinen Rundgang vom Altar aus nach links fortsetzt, erblickt die Statue der hl. Eleonora.

Darunter erinnert eine Gedenktafel an den Stifter der Wallfahrtskirche, Adam Petras. Gegenüber dem Votivbild aus Grossau hängt ein weiteres aus Siegenfeld (Ex voto 1762).
Die imposante Figurengruppe gegenüber der Kanzel stellt den hl. Franz Xaver dar, den Missionar aus dem Jesuitenorden, der in Indien und Ostasien wirkte. Hier tauft er zwei Heiden, die merkwürdigerweise als Dunkelhäutiger und Indianer dargestellt sind. Das Kunstwerk wurde von CHRISTOPH SCHÖNLAUB geschaffen (1761).

 

 

Hl. Antonius v. Padua
Votivbild Gemeinde Grossau Tragestatue Muttergottes
Hl. Eleonora
Votivbild Siegenfeld

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Kirche
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Kirchenführer

Führungen durch unsere wunderschöne Barockkirche, bei denen auch die Säule des ersten Bildstocks von 1653 zu besichtigen ist, werden gerne nach telefonischer Anmeldung unter der Nummer 02673 2271 oder per Email (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) durchgeführt.

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Hier ein 3D Panorama
panorama© Herzlichen Dank an Mgr. Ing. Jan Salwinski für die Erstellung und Bereitstellung.
Es gibt auch ein 3D Kugel-Panorama der Wallfahrtskirche auf der Homepage:
Mariazell im Wienerwaldwww.mariazell-wienerwald.at
> hier geht es zum Panorama <

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